Samstag, 16. April 2016

Vor zehn Jahren

(und einem Tag) sind Zingara und ich an unserem ersten Agility-Wettkampf gestartet. Eigentlich  wollte ich aus diesem Anlass darüber schreiben, wie ich Agility inzwischen sehe (vor zwei Jahren habe ich es bereits angetönt. Würde das überhaupt jemand interessieren??). Dann habe ich mich aber durch den Tagebucheintrag meines zehn Jahre jüngeren, agi-begeisterten Ichs durchgelesen:
M. kam uns am späten Vormittag abholen und wir fuhren zusammen mit K. zur Reithalle, wo schon zahlreiche Hunde herumwuselten. [...]
Wir konnten gleich schon die Startnummern holen. Unsere allererste Startnummer war die Nummer 17.
Unsere allererste Startnummer! Ich habe sie immer noch.
Inzwischen wurde unser Open-Parcours [ein Agility-Spiel, das nicht ins Leistungsheft eingetragen wird] auf dem Aussenplatz aufgestellt. Bald war es auch schon Zeit, den ersten Lauf zu briefen.

Es fing an stark zu winden, so dass der Sand des Platzes umhergewirbelt wurde.
Und dann waren schon Zingara und ich an der Reihe. Bis zum Pneu ging alles gut. Kurz vor dem Slalom entdeckte sie aber den Richter, zu dem sie rannte, und wir holten uns die erste Verweigerung. Beim Slalom erhielten wir zwei weitere Verweigerungen [Zingara fädelte jeweils zu früh aus] und schon hatten wir unser erstes Eliminé [disqualifiziert, nicht mehr in der Wertung].
Auf der Wand blieb sie stehen und blickte herum (was sie noch nie gemacht hat! Wirklich!), bevor sie dann in einem irren Tempo runterkam und natürlich nicht an der Kontaktzone hielt. Ich hatte jedoch keine Zeit sie zurückzusetzen, denn Zingara war schon im Tunnel...
Der Rest des Parcours konnten wir ohne grösseren Schwierigkeiten bewältigen. Und schon war Zingara über dem letzten Sprung.
[...] In der Halle begannen sie nun, "unseren" Parcours für den Offiziellen Lauf aufzustellen.
 
Ich war schon ein wenig nervös vor dem Start. Ich wärmte uns auf und spielte mit Zingara. Dann setzte ich sie vor den ersten Sprung. Die Kontaktzone der Passerelle machte sie gut. Vor dem Slalom merkte ich, dass Zingara kurz vor einem Anfall war. Ich dachte nur: "Shi***, da kann ich gar nichts tun!" Schon setzte Zingara über den Sprung [Nr. 3], drehte sich in typischer Anfallstellung zu mir um und raste dann in den Tunnel, kam wieder raus und rannte wie wild im Kreis herum. Wir waren eliminiert und die Zuschauer hatten etwas zu Lachen. :-)
Endlich kam sie zu mir und wir machten den Slalom (bis auf die letzten zwei Stangen...). Der Belgier [ein Seitenwechsel des Hundeführers] vor der Wippe funktionierte auch nicht. Bei der Kontaktzone hielt sie jedoch einigermassen an, bevor sie aufs Tunnelloch zuschoss
Vor der Wand merkte ich, dass sie gar nicht mehr auf mich achtete und brach den Lauf ab. Zur allgemeinen Erheiterung rannte Zingara eine weitere Runde und begrüsste einen Ringhelfer. :-) Wir erhielten trotzdem eine Würstchendose. :-)
[...] Als wir vom Spaziergang zurückkamen, waren die anderen Teilnehmer schon am Briefen des Jumpings [ein weiteres Agility-Spiel; ein Parcours ohne Kontaktzonen, sprich nur aus Sprüngen, Tunnel und Slalom]. Ich hatte schon beim Briefen Mühe, mir den Parcours zu merken. Zwei Leute vor uns starteten aus Protest nicht, weil sie fanden, es sei kein A-Parcours. Alle sagten, dass er viel zu schwierig sei.

 
Als wir an die Reihe kamen, fing es schon wieder an zu tröpfeln. Bis zum Slalom ging alles gut. Dann wollte Zingara aber unbedingt in den Tunnel. Nur waren meine Beine im Weg. Sie dachte wohl, heute sei ein guter Tag, mir zum ersten Mal in die Beine zu laufen. Ich befand mich jedenfalls am Boden und Zingara im Tunnel: Wir waren eliminiert.  [...]
[Wegen Zingaras Anfall wurde ich mehrfach angesprochen.] Ich sehe, dass wir schon reichlich bekannt sind. Etwas weniger Aufmerksamkeit beim ersten Meeting hätte aber auch nicht geschadet...
Das war also unser erstes Meeting. Viel schlimmer als heute kann es gar nicht kommen... :-) 
Ich war an diesem  Tag schon etwas enttäuscht. Hallo?! Mir einfach  in die Beine zu rennen, weil ich ihr den  Tunneleingang versperre?! ^^ Das ist dann übrigens nie mehr vorgekommen. Anfälle während des Laufs hatten wir hingegen noch ganz viele. :-)



Kommentare:

  1. Ach wie köstliche, wir haben uns echt gut amüsiert ob deinem herrlcihen Bericht. Nichts für ungut, aber genau so muss ein Labi mit eigenem Kopf doch sein (Herrchen sagt in ähnlichen Situationen immer wir seien doch keinen "Fifis".
    Einen guten Sonntag wünschen die Jurasüdfüssler

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  2. Uns ging es auch so. Wir waren nie die Besten, aber immer die Lustigsten am Start... ;o) Eine sehr schöner Bericht aus Eurer gemeinsamen Vergangenheit.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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