Samstag, 20. Juni 2015

Chronische Nierenerkrankung beim Hund

Anfangs Mai wurde bei Zingara eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert. Eigentlich hätte ich nicht so schockiert sein müssen, denn mir ist bereits vor über einem Jahr aufgefallen, dass Zingara mehr trinkt als früher, auch wenn die Trinkmenge noch im normalen Rahmen lag. Damals waren sowohl die Blutwerte als auch die Harnanalyse noch völlig normal, weshalb wir nicht genau wussten, in welche Richtung wir weitersuchen sollten. Und da Zingara ansonsten gesund wirkte, wurde die ganze Geschichte durch andere Wehwehchen etwas in den Hintergrund gedrängt.

Im Nachhinein muss ich sagen, dieser Verlauf ist ganz typisch für chronische Nierenerkrankungen. Denn erst wenn bereits zwei Drittel der Nieren geschädigt sind, zeigt das Tier erste Symptome. Wie bei Zingara beginnt es normalerweise mit vermehrtem Harnabsatz und in der Folge vermehrtem Trinken. Erst wenn dann bereits 75% des Nierengewebes kaputt ist, sieht man die Zeichen bei einer Blutuntersuchung.

Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr zusätzliche Krankheitssymptome kommen hinzu. Durch die innerliche Vergiftung ist den Tieren oft schlecht, weswegen sie Magen-Darm-Probleme haben. Der Appetit nimmt ab, so dass sie Gewicht verlieren und Muskeln abbauen. Eine ganze Liste von weiteren Symptomen ist möglich.


Übrigens kann die Ursache für die Schädigung meistens nicht mehr festgestellt werden.

Die Diagnose erfolgt über eine Blut- sowie einer Urinuntersuchung. Zudem können die Nieren per Ultraschall dargestellt werden. Um das Substadium zu bestimmen, wird nach Möglichkeit der Blutdruck gemessen.


Generell hat die Niere im Gegensatz zu anderen Organen nur begrenzt die Möglichkeit sich von einer Schädigung zu erholen - erst recht nicht von einer chronischen Erkrankung. Mit anderen Worten: bei einer chronischen Nierenerkrankung sind die Nieren irreversibel kaputt; eine Genesung ist nicht mehr möglich. Deshalb gehören chronische Nierenerkrankungen neben Tumorerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen bei älteren Tieren.

Die Therapie beschränkt sich also darauf, das Tier zu unterstützen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Grundsätzlich wird der Patient auf eine Nierendiät gesetzt, was das Fortschreiten gemäss diverser Studien doch deutlich verlangsamt. Oft wird auch ein Blutdrucksenker gegeben. Die weitere Behandlung ist abhängig von den Symptomen, des Tieres (und des Tierhalters...).


Tja, und die Prognose ist leider ziemlich klar. ☹ Aber so ist das Leben.

Kommentare:

  1. So eine Diagnose macht betroffen, danke fürs gute Erklären.
    Tragt sorge zueinander
    Ayka und Erika

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  2. Leider ist das nicht mehr aufzuhalten ... nur noch zu verzögern. Ich denke viel an euch und sende liebe Grüße,

    Isabella mit Damon und Cara

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  3. Es tut mir von Herzen leid. Ja, Zingara ist ein alter Hund und dennoch ist es schwer zu wissen, wie es weiter geht. Und auch, weil Sockes Erkrankung auch einen dsilchen Verlauf nimmt, fühle ich mit Dir und bin sehr traurig,

    Viele liebe und mitfühlende Grüße
    Sabine mit Socke

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